Socken
Seine Finger glitten über ihren Hals. Angenehme Schauer liefen ihr den Rücken hinunter. Wie zufällig knöpften seine Hände die Knöpfe ihrer Bluse auf, während sein Mund Georginas Gesicht mit Küssen bedeckte.
Langsam gleitet seine Hand vom Schlüsselbein zum Dekolleté und weiter zwischen BH und Haut, Sie erforschen vorsichtig aber fordernd Ihre Brust, umfassen sie. Die Fingerspitzen finden ihre Brustwarze. Er umspielt sie mit dem Fingern bis sie sich aufrichtet. Er nimmt sie zwischen Daumen und Zeigefinger und drückt sie – zunächst leicht und zärtlich, dann kräftig und immer fester, bis sie ein leichter Schmerz durchfährt, der Georgina vor Lust aufschreien lässt. Sie spürt wie sie feucht wird und drängt sich ihm reflexartig entgegen. Wie automatisch finden ihre Hände die Wölbung die sich deutlich auf seiner Jeans abzeichnet. Ungeduldig zieht sie den Reißverschluss seiner Hose hinunter, ihre Hand gleitet in die Öffnung seines Hosenschlitzes. Fasziniert lauscht Sie auf sein Stöhnen – hört seine Worte:…
„Wieso sind schon wieder keine sauberen Socken im Schrank? Wäschst Du eigentlich überhaupt nicht mehr?“
Schnell schiebe ich eine Zeitschrift vor den Buchdeckel des Buches indem ich gerade lese. Ich will mich ja nicht rechtfertigen müssen, dass ausgerechnet ich das Buch lese, dass wegen seines offensiv erotischen Themas zurzeit in aller Munde und seltsamerweise auch auf der Bestsellerliste ist, obwohl es kein Mensch gekauft hat (außer mir natürlich).
Noch zu sehr im Buchgeschehen, fällt mir keine adäquate Erwiderung ein.
„Es kann doch nicht sein, dass von meinen zwanzig Paar Socken nicht ein einziges sauber ist, oder?“
So langsam bringen mich die Worte zurück ins Hier und Jetzt. Und so langsam merke ich wie die Wut aus meinem Bauch durch meine Kehle direkt in mein Sprachzentrum kriecht, ohne auch nur meine Vernunftzentrale zu streifen. „Wer bin ich, dass ich wissen muss wo sich deine Socken befinden? Steht auf meiner Stirn Sockenorientierungsorganisator? Und in welchem Ton redest du eigentlich mit mir?“
Nicht, dass Sie meinen, ich rede mit meinem Ehemann, der mich auf robuste Weise an meine hausfraulichen Pflichten erinnert. Nee, würde mein Ehemann in diesem Ton mit mir reden, hätte ich mich schon lange scheiden lassen (was ich letztendlich auch getan habe).
Es ist mein fünfzehnjähriger Sohn David, der mit diesem gewissen paramilitärischen Unterton mit mir kommuniziert. Wobei Kommunizieren wäre vielleicht zu viel gesagt. Es ist eher so, dass er mir von Zeit zu Zeit seine Unzufriedenheit über bestimmte Begebenheiten zuraunt. Eigentlich erwartet er auch keine wirklichen Antworten oder Rechtfertigungen – er will ja nur mal äußern, dass er das Leben scheiße findet.
Aber merkwürdigerweise fühlt man sich doch tatsächlich persönlich angegriffen ob der Tatsache, dass nicht genügend Socken im Schrank vorhanden sind. Was mich, wie in dieser Situation, doch veranlasst mit irgendwelchen Gemeinplätzen zu reagieren.
„Ich bin nicht deine Putz- und Wäschefrau. Wenn du meinst es wird zu wenig gewaschen weißt du ja wo die Waschmaschine steht!“ (Obwohl - da bin ich mir nicht so sicher. Zur Sicherheit erwähne ich es noch einmal.) „Das ist das klobige Ding rechts neben dem Klo!“
„Du bist die Mutter und deshalb für die Wäsche zuständig.“
Da hat man seit seinem fünfzehnten Lebensjahr in der Emanzipationsbewegung mitgemacht und sich ein Poster von Alice Schwarzer über seinem Schreibtisch gehängt – und dann DAS! Hätte man mir das vor fünfundzwanzig Jahren prophezeit – ich hätte wahrscheinlich ein Lachkrampf bekommen. Damals habe ich noch davon geträumt zwölf Kinder zu haben. Jedes dieser Dutzend Kinder hilft in unserer familiären Kommune mit Einsicht und Spaß mit. Die Kinder erziehen sich gegenseitig – sozusagen von selbst- zu eigenständige, verantwortungsbewusste und hilfsbereite Wesen.
Tja, das Dutzend ist auf ein Kind zusammengeschrumpft – und mal ehrlich, wie will sich ein Kind gegenseitig erziehen? Also so gesehen, kann mein über alles geliebter David ja eigentlich gar nichts dafür, dass er ein verwöhnter, unselbständiger Teenager geworden ist – ich natürlich auch nicht!!!
Langsam gleitet seine Hand vom Schlüsselbein zum Dekolleté und weiter zwischen BH und Haut, Sie erforschen vorsichtig aber fordernd Ihre Brust, umfassen sie. Die Fingerspitzen finden ihre Brustwarze. Er umspielt sie mit dem Fingern bis sie sich aufrichtet. Er nimmt sie zwischen Daumen und Zeigefinger und drückt sie – zunächst leicht und zärtlich, dann kräftig und immer fester, bis sie ein leichter Schmerz durchfährt, der Georgina vor Lust aufschreien lässt. Sie spürt wie sie feucht wird und drängt sich ihm reflexartig entgegen. Wie automatisch finden ihre Hände die Wölbung die sich deutlich auf seiner Jeans abzeichnet. Ungeduldig zieht sie den Reißverschluss seiner Hose hinunter, ihre Hand gleitet in die Öffnung seines Hosenschlitzes. Fasziniert lauscht Sie auf sein Stöhnen – hört seine Worte:…
„Wieso sind schon wieder keine sauberen Socken im Schrank? Wäschst Du eigentlich überhaupt nicht mehr?“
Schnell schiebe ich eine Zeitschrift vor den Buchdeckel des Buches indem ich gerade lese. Ich will mich ja nicht rechtfertigen müssen, dass ausgerechnet ich das Buch lese, dass wegen seines offensiv erotischen Themas zurzeit in aller Munde und seltsamerweise auch auf der Bestsellerliste ist, obwohl es kein Mensch gekauft hat (außer mir natürlich).
Noch zu sehr im Buchgeschehen, fällt mir keine adäquate Erwiderung ein.
„Es kann doch nicht sein, dass von meinen zwanzig Paar Socken nicht ein einziges sauber ist, oder?“
So langsam bringen mich die Worte zurück ins Hier und Jetzt. Und so langsam merke ich wie die Wut aus meinem Bauch durch meine Kehle direkt in mein Sprachzentrum kriecht, ohne auch nur meine Vernunftzentrale zu streifen. „Wer bin ich, dass ich wissen muss wo sich deine Socken befinden? Steht auf meiner Stirn Sockenorientierungsorganisator? Und in welchem Ton redest du eigentlich mit mir?“
Nicht, dass Sie meinen, ich rede mit meinem Ehemann, der mich auf robuste Weise an meine hausfraulichen Pflichten erinnert. Nee, würde mein Ehemann in diesem Ton mit mir reden, hätte ich mich schon lange scheiden lassen (was ich letztendlich auch getan habe).
Es ist mein fünfzehnjähriger Sohn David, der mit diesem gewissen paramilitärischen Unterton mit mir kommuniziert. Wobei Kommunizieren wäre vielleicht zu viel gesagt. Es ist eher so, dass er mir von Zeit zu Zeit seine Unzufriedenheit über bestimmte Begebenheiten zuraunt. Eigentlich erwartet er auch keine wirklichen Antworten oder Rechtfertigungen – er will ja nur mal äußern, dass er das Leben scheiße findet.
Aber merkwürdigerweise fühlt man sich doch tatsächlich persönlich angegriffen ob der Tatsache, dass nicht genügend Socken im Schrank vorhanden sind. Was mich, wie in dieser Situation, doch veranlasst mit irgendwelchen Gemeinplätzen zu reagieren.
„Ich bin nicht deine Putz- und Wäschefrau. Wenn du meinst es wird zu wenig gewaschen weißt du ja wo die Waschmaschine steht!“ (Obwohl - da bin ich mir nicht so sicher. Zur Sicherheit erwähne ich es noch einmal.) „Das ist das klobige Ding rechts neben dem Klo!“
„Du bist die Mutter und deshalb für die Wäsche zuständig.“
Da hat man seit seinem fünfzehnten Lebensjahr in der Emanzipationsbewegung mitgemacht und sich ein Poster von Alice Schwarzer über seinem Schreibtisch gehängt – und dann DAS! Hätte man mir das vor fünfundzwanzig Jahren prophezeit – ich hätte wahrscheinlich ein Lachkrampf bekommen. Damals habe ich noch davon geträumt zwölf Kinder zu haben. Jedes dieser Dutzend Kinder hilft in unserer familiären Kommune mit Einsicht und Spaß mit. Die Kinder erziehen sich gegenseitig – sozusagen von selbst- zu eigenständige, verantwortungsbewusste und hilfsbereite Wesen.
Tja, das Dutzend ist auf ein Kind zusammengeschrumpft – und mal ehrlich, wie will sich ein Kind gegenseitig erziehen? Also so gesehen, kann mein über alles geliebter David ja eigentlich gar nichts dafür, dass er ein verwöhnter, unselbständiger Teenager geworden ist – ich natürlich auch nicht!!!
ratzefatz - 22. Jun, 10:26